Bildungsurlaub – zusätzlicher Urlaub oder engagiertes Weiterkommen?

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Wer hat schon von Bildungsurlaub, Bildungszeit oder Bildungsfreistellung gehört?

Vielen ist noch nicht bekannt, dass es in fast allen Bundesländern einen gesetzlichen Anspruch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, während der Arbeitszeit Fortbildungen und Seminare zu besuchen beziehungsweise dafür freigestellt zu werden.

Das Interessante dabei ist, dass Sie nicht nur Inhalte oder Seminarthemen wählen können, die der beruflichen Bildung dienen, sondern auch der persönlichen, politischen oder gewerkschaftlichen Weiterbildung dienen können. Es ist nur erforderlich, dass es berufliche Themen „streift“ oder ein „Mindestnutzen“ zu erkennen ist, zum Beispiel Stress-Reduktion.

Hintergrund von Bildungsurlaub und Bildungszeit ist der gesetzliche Anspruch und das Ziel, lebenslanges Lernen zu fördern.

Doch leider gibt es ein paar Einschränkungen:

Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

  • In Bayern und Sachsen gibt es keinen Bildungsurlaub (entscheidend ist, in welchem Bundesland Ihr Arbeitsplatz ist, nicht die eigene Wohnanschrift)
  • Bildungsurlaub für Beamte ist in den Regelungen zum Sonderurlaub mit enthalten
  • Bildungsurlaub muss selbst bezahlt werden
  • Für Auszubildende und Studierende gelten unterschiedliche Regelungen, je nach Bundesland
  • Sprachreisen können anerkannt werden, jedoch sind die Bedingungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich – ein Link zu näheren Informationen der jeweiligen Bundesländer folgt im nächsten Abschnitt.

Vorgehensweise, um Bildungsurlaub zu beantragen

Sie interessieren sich für Bildungsurlaub? Dann empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

1. Informationen zum eigenen Bundesland einholen

Wie oben erwähnt, weichen die Regelungen zum Bildungsurlaub und Bildungszeit von Bundesland zu Bundesland voneinander ab. Dies gilt sowohl inhaltlich als auch für Antragsfristen.

In NRW und Baden-Württemberg zum Beispiel werden nicht einzelne Seminare anerkannt, sondern Träger von Seminaren oder Weiterbildungen.

Nähere Informationen zu den Regelungen der Bundesländer hier.

2. Passendes Seminar suchen (frühzeitig)

Unter dem obigen Link, auf der Unterseite des jeweiligen Bundeslandes, finden Sie dann auch eine Liste unter der Überschrift „Anerkannte Seminare“.

Tipp: Die externen Links bieten eine umfassendere Aufstellung als der (interne) Link zu den Seminarangeboten auf Bildungsurlaub.de.

Es empfiehlt sich, das passende Seminar frühzeitig zu suchen, zum Beispiel mindestens drei Monate vor Beginn.

Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass noch ein Platz frei ist und Ihr Arbeitgeber hat ausreichend Zeit, Ihren Antrag zu bearbeiten und Ihre Abwesenheit einzuplanen.

Der Mindestzeitraum für die Antragstellung beträgt je nach Bundesland 4-8 Wochen vorher.

3. Den Antrag auf Bildungsurlaub stellen

Für den Antrag auf Bildungsurlaub oder Bildungszeit beim Arbeitgeber reichen Sie folgende Unterlagen ein:

  • Anmeldebescheinigung
  • Anerkennungsbescheid
  • Ablaufplan
  • formloses Anschreiben:

Eine Vorlage zur Formulierung könnte lauten:

Antrag auf Freistellung zur Teilnahme an einer anerkannten Bildungsurlaubsveranstaltung oder Antrag auf Bildungsfreistellung

Veranstaltungstitel: …

Veranstaltungszeitraum: …

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich (fristgerecht) eine Freistellung zur Teilnahme an der o.a. Veranstaltung.

Anbei sende ich Ihnen die Anmeldebestätigung, den Nachweis der behördlichen Anerkennung der Veranstaltung als Bildungsurlaub und das Veranstaltungsprogramm.

Nach Beendigung der Bildungsurlaubsveranstaltung lege ich Ihnen die Teilnahmebestätigung vor.

Mit freundlichen Grüßen

Teilnahme am Bildungsurlaub

Sie haben hoffentlich eine gute Zeit und erhalten zum Abschluss eine Teilnahmebestätigung.

Teilnahmebescheinigung einreichen

Die Teilnahmebescheinigung reichen Sie als Bestätigung bei Ihrem Arbeitgeber ein.

Bitte erzählen Sie auch Freunden und Kollegen von Ihrem Bildungsurlaub, damit dieses Angebot noch bekannter wird.

Die Kosten

Die Kosten für den Bildungsurlaub müssen Sie vollständig selbst tragen. Bei einem Seminar mit entsprechender Entfernung vom Wohnort kommen zumeist noch die Kosten für die Anreise, die Unterkunft und Verpflegung hinzu. Diese addieren sich schnell auf über 1.000 Euro für eine Woche beziehungsweise 5 Tage.

Deshalb ist es für viele Teilnehmer eine pragmatische Lösung, ein Seminar am Wohnort oder in der näheren Umgebung zu buchen.

Fazit

Bildungsurlaub ist eine noch wenig bekannte Möglichkeit, auf den eigenen Wunsch nach persönlicher oder politischer Weiterbildung einzugehen. Die Freistellung vom Arbeitgeber ist dabei eine Zugabe, die es zu nutzen gilt. Es ist auch eine gute Chance, sich als Quereinsteiger in einen neuen Beruf zu qualifizieren.

Doch die Seminargebühren plus Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung kann sich nicht jeder leisten. Deshalb suchen viele zunächst nach Angeboten in der Nähe des eigenen Wohnortes.

Weiterlesen?

Weiterführende Informationen zum Thema Bildungsurlaub, Bildungszeit und Bildungsfreistellung finden Sie auf dem Portal Bildungsurlaub.de.

Eine sehr große Auswahl an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auf Fortbildung24.de. Anschließend können Sie zum Beispiel über den Anbieter prüfen, ob sich die für Sie interessanten Angebote für eine Anerkennung als Bildungsurlaub eignen.

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