Warum Persönlichkeit zeigen in der Bewerbung wichtig ist + 7 Tipps zur praktischen Umsetzung

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Persönlichkeit in der Bewerbung zu zeigen ist nach Hesse/Schrader eines der drei „Essentials“ in der Bewerbung, neben Leistungsmotivation und Kompetenz.*

Die anonyme Bewerbung hat keine Zukunft und ist nicht zeitgemäß. So lässt sich ein aktuelles Interview in der FAZ zusammenfassen.

Was zählt sind Bewerbungen mit Persönlichkeits-Profil und nicht nur mit der passenden Kompetenz. Die Persönlichkeit von Bewerbern wird nicht nur durch ein professionelles Bewerbungsfoto gezeigt, sondern beispielsweise auch durch Angaben wie Hobbys, Ehrenämter und Auslandsreisen.
Im Idealfall kann dabei ein Bezug zum Unternehmen hergestellt werden. Dann bietet es sich an, dies bereits kurz im Anschreiben zu erwähnen und im Lebenslauf und/oder der Dritten Seite näher darauf einzugehen. Ansonsten sind die Angaben im Lebenslauf gut aufgehoben.

Hier die 7 Praxis-Tipps, wie die Persönlichkeit optimal in den Bewerbungsunterlagen zur Geltung kommen kann:

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1. Hobbys und Freizeitaktivitäten in der Bewerbung angeben?

Karriere.at hat Personalentscheider dazu befragt und die Umfrage kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Für die überwiegende Mehrheit der Personalentscheider gilt, dass Hobbys und Freizeitaktivitäten der Bewerbung eine sympathische Note geben und das Bewerber-Profil abrunden.
  • Nur 18 Prozent der Personaler halten die Angaben für unnötig.

 

Dennoch ist die Angabe von Hobbys keine Pflicht. Bei internationalen Bewerbungen, z.B. in den USA, ist die Angabe nicht üblich. Im deutschsprachigen Raum sollten sich Bewerber darauf einstellen, dass sie im Bewerbungsgespräch danach gefragt werden, falls keine Angaben in der Bewerbung gemacht werden. Hier können Sie alle Umfrage-Ergebnisse lesen.

Praxis-Tipp:

Eine Personalentscheiderin bei der Bahn hält im Lebenslauf immer nach Auslandsaufenthalten und Reisen ausschau (Anmerkung: interkulturelle Kompetenzen!). Dies benutzt Sie dann als Aufhänger für den Einstieg ins Bewerbungsgespräch.

 

2. Ehrenämter in der Bewerbung angeben

Ehrenämter und auch Freizeitaktivitäten mit Bezug zum Job sollten auf jeden Fall angegeben werden, z.B. das Engagement im Sportverein bei der Bewerbung für einen Sportartikel-Hersteller o.ä.

Nicht nur für Absolventen relevant …

Für Bewerber, die frisch von der Universität kommen, ist es besonders sinnvoll und wirksam, die Bewerbung durch das ehrenamtliche Engagement zu individualisieren und Persönlichkeit zu zeigen.
Näheres dazu im Interview mit Prof. Dr. Klaus Melchers im Blog von Greenjobs.

Weitere Tipps zum Ehrenamt befinden sich im Artikel Bewerbung 2015 auf BewerbungsWissen.net unter der Überschrift „Zivilgesellschaftliches Engagement“.

Nicht nur für Bewerber mit wenig oder keiner relevanten Berufserfahrung sind Referenzen und Empfehlungsschreiben eine sehr gute Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und die Glaubwürdigkeit der eigenen Bewerbung zu erhöhen.

Vorsicht vor unbelegtem Eigenlob

Vorsicht vor unbelegten Selbst-Zuschreibungen in der Bewerbung. Persönlichkeitszuschreibungen müssen immer belegt werden, z.B. durch Referenzen:

Referenzen belegen Stärken der Persönlichkeit

Referenzen stellen auch Ihr berufliches Netzwerk dar

Referenzen und Empfehlungsschreiben sind eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Stärken aufzuführen, ohne diese selbst belegen zu müssen, z.B. im Anschreiben:
„Meine Teamfähigkeit und Kreativität bestätigt Ihnen gerne Hans Muster, (Telefonnummer), Abteilungsleiter bei der Firma Müller GmbH.“ Das erhöht Ihre Glaubwürdigkeit und entbindet Sie von der Aufgabe, persönliche Stärken zu belegen.

Hier gibt es weitere Tipps zur Erstellung des Bewerbungsschreibens.

Hier können Sie Ihr fertig formuliertes Anschreiben testen.

 

3. Das Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto gibt Ihrer Bewerbung ein Gesicht, erzeugt Sympathie und zeigt wie Bewerber den Arbeitgeber in Zukunft nach außen präsentieren wollen.

Deshalb spielt das Bewerbungsfoto bei der Vorauswahl eine wichtige Rolle. Neben der Sympathie fällt vor allem die professionelle Qualität des Fotos ins Gewicht. Das heißt Bewerber werden eher wegen einem schlechten Foto aussortiert als wegen einem guten Foto eingeladen.

Tipps zur Vorbereitung auf den Fototermin und wie Sie einen guten Bewerbungs-Fotografen in Ihrer Nähe finden hier.

Was für das Bewerbungsfoto gilt, gilt auch für alle weiteren Bewerbungsunterlagen:

Die weiteren Bewerbungsunterlagen

Bewerbungsunterlagen, die mit Sorgfalt zum Detail und hochwertigen Materialien erstellt werden, wirken professionell und spiegeln damit die professionelle Arbeitshaltung Ihrer Person.

Folgende Punkte sollten Beachtung finden:

 

4. Inhalte für die Zielpersonen formulieren

Sorgfalt bei der Erstellung der Inhalte, z.B. individuelles Anschreiben ohne Textbausteine aus Mustern, Anpassung des Lebenslaufes an die Anforderungen der Stelle. Damit bereiten Sie die Bewerbungsunterlagen für den Personalentscheider vor, sodass er sich schnell einen guten Überblick von Ihrer Qualifikation und Erfahrung machen kann.

 

5. Layout und Design – „Das Auge isst mit“

Die wichtigsten Kriterien für das Layout der Bewerbungsunterlagen sind ein einheitliches Design aller selbst erstellten Unterlagen und eine ansprechende und übersichtliche Gestaltung. Details sind auf der Seite Layout beschrieben.

Foto: Beispiel Lebenslauf-Layout mit ansprechenden farbigen Elementen aus den kostenfreien Lebenslauf Muster-Vorlagen.

 

 

 

6. Materialauswahl

Wenn die Bewerbung per Post versandt wird, und vieles spricht dafür, dann sollten hochwertige Materialien verwendet werden:

  • Eine gute Bewerbungsmappe, die sich kräftig anfühlt und eine unempfindliche Oberfläche hat
  • Ein etwas kräftigeres Papier, z.B. mit einer Grammatur von 100g
  • Einen Umschlag mit kartonverstärkter Rückwand, damit die Bewerbungsmappe möglichst unbeschadet ankommt
  • Unterschrift mit einem Füller oder einem Tintenroller, der so ähnlich wie ein Füller schreibt
  • Eine passende Briefmarke
  • Das Bewerbungsfoto wurde oben bereits erwähnt

Mit all diesen Punkten wird eine Wertigkeit vermittelt, die für Ihre Persönlichkeit spricht.

 

7. Das Persönlichkeitsprofil

Die sogenannte „Dritte Seite“ ist eine frei gestaltbare zusätzliche Seite in der Bewerbung auf der Bewerberinnen und Bewerber sich in einer persönlichen Form präsentieren können. Für viele Personalentscheider und Bewerber gehört die Dritte Seite inzwischen zum Standard in der Bewerbung.

 

Linktipps

Auf Zeit.de wird die neue Jobbörse „Talents Connect“ vorgestellt, bei der das Persönlichkeits- und Interessenprofil beim Zusammenfinden von Bewerber und Unternehmen eine bedeutendere Rolle spielen soll als in herkömmlichen Jobbörsen. Hier geht’s zum Interview auf Zeit.de,hier direkt zur neuen Jobbörse.

 

Persönlichkeitstests

Auf eine erfolgreiche Bewerbung folgt für immer mehr Bewerber die Einladung zu einem Persönlichkeitstest. Der Trend kommt aus den USA und ist umstritten, auch weil viele Test unseriös sind. Mit einer gründlichen Vorbereitung können Bewerber auch diese Hürde im Bewerbungsverfahren erfolgreich nehmen. Einen guten Einstieg in das Thema bieten die Seiten auf Karriere.at. Auf Seite 2 finden Sie Beispielfragen und interessante Hintergrundinfos.
Auf Wikipedia wird eines der häufigsten Testverfahren vorgestellt, das „Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung“.

Außerdem relevant: Die Seite Assessement-Center.

 

* Quelle: Berufsstrategie

 


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Über den Autor

Markus Fugmann arbeitet seit vielen Jahren in der Beratung von Arbeitssuchenden, z.B. in der Jobvermittlung von Flüchtlingen. Dieses Bewerbungswissen gibt er hier gerne weiter. Außerdem hat er die "Freiburger Bewerbungsmappen" entwickelt, in Kooperation mit Personalentscheidern. Die neuartigen Bewerbungsmappen werden → hier vorgestellt.