Bewerbungsschreiben in 12 Schritten




Ein Bewerbungsschreiben, auch Anschreiben der Bewerbung genannt, ist einer der wichtigsten Bestandteile der Bewerbung.

Vielen Bewerber/innen fällt es schwer, ein gutes Anschreiben zu erstellen und deshalb wird gerne auf Muster und Vorlagen, z.B. aus dem Internet zurückgegriffen. Sehr oft führt diese Vorgehensweise direkt zu einer Absage, denn Unternehmen möchten individuell und persönlich angesprochen werden.

Um das erstellen eines individuellen und persönlichen Anschreibens zu erleichtern, bieten wir Ihnen einen 12-Schritte-Plan an.

In einem ersten Schritt lohnt es sich, die Wünsche der Zielgruppe zu berücksichtigen:

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1.Was erwarten Personaler von einem Bewerbungsschreiben?

Es gibt in der Fachpresse unterschiedliche Ansichten darüber, ob das Anscheiben beim Sichten der Bewerbungsmappe als Erstes oder als letztes Dokument gelesen wird.

Wie auch immer dies bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber gehandhabt wird, das Anschreiben liegt meistens obenauf und sollte den Ansprüchen von Personalern genügen.

Das erwarten fast alle Personalentscheider:

  • Fehlerfrei
  • Individuell erstellt, d.h. warum bewerbe ich mich für diesen Job in diesem Unternehmen oder Organisation?
  • Einfach und prägnant, das Wichtigste auf den Punkt bringen
  • Motivation deutlich machen
  • Eine persönliche Note einfließen lassen

 

Tipp

Mit der Hilfe von einem professionellen Bewerbungsservice * erhalten Sie auf jeden Fall ein Anschreiben, das den Erwartungen von Personalentscheidern entspricht.

 

Negativ bewerten Personaler folgende Fehler:

  • Rechtschreibfehler (fast alle Personaler legen das Anschreiben spätestens beim zweiten Fehler weg)
  • Die Verwendung von Floskeln ohne Beleg („Ich bin teamfähig“)
  • Redundante Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich …“
  • Die Verwendung von allgemeinen Formulierungen aus Vorlagen und Mustern, die keine Persönlichkeit zeigen.
  • Nur Wiederholungen aus dem Lebenslauf. Verweise auf den Lebenslauf können dagegen sinnvoll sein: “Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, …”

Weitere Bewerbungstipps von Personalentscheidern

 

2. Den Artikel “Keine Mustervorlagen” lesen

Warum Sie keine Vorlagen und Muster-Formulierungen von Bewerbungsanschreiben verwenden sollten? Viele Vorlagen und Muster-Formulierungen aus dem Internet sind gar nicht so gut. Und gute und originelle Formulierungen werden durch die schnelle Verbreitung und häufige Verwendung zu bekannten „Standardsätzen“ und damit als Floskeln negativ bewertet. [Weiterlesen …]

 

3. Stellenanzeige analysieren und verstehen

Mit einer systematischen Analyse der Stellenanzeige können Sie Muss- von Kann-Anforderungen unterscheiden und herausfiltern, worauf Sie im Anschreiben der Bewerbung eingehen sollten. [Weiterlesen …]

 

4. Telefonat mit dem potenziellen Arbeitgeber

Auch wenn es bei Bewerber/innen unbeliebt ist, macht es viel Sinn vor dem erstellen eines Bewerbungsschreibens beim potenziellen Arbeitgeber anzurufen:

1. Anruf, wenn kein Ansprechpartner bekannt ist

Weit verbreitet ist die Empfehlung, die allgemeine Anrede “Sehr geehrte Damen und Herren” zu vermeiden. Deshalb wird in vielen Bewerbungsratgebern empfohlen, im Unternehmen anzurufen, um den Ansprechpartner zu erfragen. Allerdings ist diese Empfehlung zu kurz gegriffen: Personalentscheider bemängeln an den Anrufen von Bewerber/innen am meisten, dass bei einem solchen Anruf nur nach dem Ansprechpartner gefragt wird und keine weiteren Fragen gestellt werden. Solch einen Anruf können Sie sich sparen.

Die Gelegenheit sollte unbedingt genutzt werden für weitere sinnvolle Fragen und dafür, einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Hier gibt es einen Gesprächsleitfaden mit einer Liste möglicher Fragen.

 

2. Anruf, wenn ein Ansprechpartner in der Stellenanzeige genannt ist

Sind Ansprechpartner und Telefonnummer in der Stellenanzeige genannt, kommen Sie oft nur in die engere Auswahl, wenn Sie vor einer Bewerbung angerufen haben. Für weitere Tipps beachten Sie bitte den obigen Link.

Auf das Telefonat können und sollten Sie im Bewerbungsschreiben Bezug nehmen. Weiter unten im Artikel beschreiben wir zwei Möglichkeiten.

Hier gibt es Infos zum Telefonieren im Bewerbungsverfahren.

 

5. Das Anschreiben nach Din 5008 gestalten

Das Bewerbungsanschreiben ist ein Geschäftsbrief. Deshalb ist ein formal richtiger Aufbau des Anschreibens wichtig. Eine Orientierung bietet die Norm Din 5008.

 

6. Layout des Bewerbungsschreibens

Das Layout des Bewerbungsschreibens sollte mit dem Gesamt-Layout der Bewerbungsunterlagen abgestimmt sein, damit die Bewerbung in einem einheitlichen Bild präsentiert wird.

Das Layout ist wichtig für den ersten Eindruck der Bewerbung und vermittelt einen Eindruck der eigenen Arbeitsweise, noch bevor der erste Satz gelesen ist. Dabei sollten u.a. folgende Punkte beachtet werden:

Schrifttyp und Schriftart
Schriftgröße

Schriftfarbe
Zeilenabstände

Näheres zum Layout der Bewerbungsunterlagen.

 

7. Die Betreffzeile im Bewerbungsanschreiben

In der ersten Betreffzeile wird die Position angegeben, für die Sie sich bewerben.

In einer zweiten Betreffzeile kann der Fundort der Stellenanzeige angegeben werden oder ein bereits geführtes Telefonat erwähnt werden, z.B.

Bewerbung als Verkaufsleiter
Unser Telefonat vom 16. April 2014

Alternativ kann das bereits geführte Telefonat in einem einleitenden Satz erwähnt werden. Näheres weiter unten.

 

8. Aufbau des Bewerbungsanschreibens

Das Anschreiben besteht üblicherweise aus 3-4 Elementen:

Einleitung – Hauptteil – optionaler Teil zu Fragen aus der Stellenanzeige – Schluss

Einleitung – Eigenmarketing – Verbindung zum Unternehmen – Schluss

Einleitung – Qualifikation – Motivation – Schluss

 

9. Ausformulieren des Anschreibens

Dies ist für viele Bewerber/innen der schwierigste Schritt. Um einer Schreib-Blockade vorzubeugen, kann der erste Satz auch als Letztes formuliert werden. Meistens fällt es dann leichter, die Einleitung zu formulieren.

Die Einleitung kann bestehen aus:

  • Eine Gemeinsamkeit feststellen, z.B. bereits geführtes Telefonat
  • Ein oder zwei der wichtigsten Argumente, die für Ihre Einstellung sprechen

Ein Schreibstil, der sich bewährt hat: In kurzen, klaren Sätzen, das Wesentliche auf den Punkt bringen.

Inhaltlich sollte der Schwerpunkt auf Qualifikation, Erfahrung, Erfolge und Motivation liegen.

Stärken und Soft Skills sollten nicht einfach als Behauptung in den Raum gestellt werden („Ich bin teamfähig“) sondern mit Beispielen aus der Praxis belegt sein oder – Tipp – in Verbindung mit der Nennung einer Referenz, etwa so:

„Meine Referenzen bestätigen Ihnen gerne meine Teamfähigkeit.“

„„Hans Muster, (Telefonnummer), Abteilungsleiter xy GmbH, bestätigt Ihnen gerne meine Kreativität, Teamfähigkeit und engagierten Arbeitsstil.“

Das erhöht Ihre Glaubwürdigkeit und entbindet Sie von der Aufgabe, selbst Ihre Stärken zu belegen. Alle wichtigen Infos zum Thema Referenzen hier.

Optionaler Teil im Anschreiben, zu Fragen aus der Stellenanzeige

Die Gehaltsvorstellung und der frühestmögliche Eintrittstermin sollten nur angegeben werden, wenn dies gefordert wird. Die Gehaltsvorstellung wird in Form des Gesamtjahresgehaltes angegeben.

Beispiele für einen guten Schlusssatz im Bewerbungsschreiben (auf Karrierebibel.de)

 

Schwierigkeiten beim ausformulieren des Anschreibens?

Tipp: Nutzen Sie die Hilfe eines professionellen Bewerbungsservice*

 

10. Sind folgende Fragen im Bewerbungsschreiben beantwortet?

Was interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle?
Was bringen Sie auf der persönlichen Ebene genau dafür mit?

Warum bin ich die/der Richtige für die ausgeschriebene Position?
Warum möchte ich gerade für Sie arbeiten? Welchen Mehrwert kann ich bieten?
Und entspricht das Anschreiben den Erwartungen von Personalentscheidern?

Bitte noch mal anhand der unter 1. genannten Kriterien überprüfen.

 

11. Rechtschreibung doppelt überprüfen

Die häufigsten Fehler, die in Bewerbungsunterlagen vorkommen, sind falsche Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

Durch die Fülle an Bewerbungen bleibt vielen Unternehmen nichts anderes übrig, als die Bewerbungen auszusortieren, in denen Rechtschreibfehler gefunden werden.

Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung notwendig. Die Rechtschreibhilfe unter den Textverarbeitungsprogrammen wie Word ist dabei erfahrungsgemäß nicht ausreichend. Besser ist die DUDEN Rechtschreibprüfung für Office oder OpenOffice.

Doch auch diese Programm findet nicht alle möglichen Fehler und das Bewerbungsschreiben sollte gegengelesen werden.

 

12. Unterschrift des Bewerbungsschreibens

Mit vollständigem Vor- und Nachnamen.

Wir empfehlen Ihnen, einen Füllfederhalter oder Tintenroller zu verwenden. Einen günstigen Tintenroller finden Sie hier

Bei einer E-Mail Bewerbung …

Für eine E-Mail Bewerbung gibt es hier Tipps.

Weiterführende Bewerbungstipps, damit Ihre Bewerbungsmappe auf dem „A-Stapel“ landet:

Anschreiben der Bewerbung

Die 7 besten Bewerbungstipps für die schriftliche Bewerbung

Tipps zum Lebenslauf schreiben

 Bewerbung 2015

 

Quellen:

http://karrierebibel.de/dossier-bewerbungsschreiben-das-gehort-ins-anschreiben/
http://www.bewerbung-tipps.com/bewerbungsschreiben.php

http://www.stellenanzeigen.de/bewerbung/bewerbungstipps/bewerbungsschreiben/