Arbeitssuchend- Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit

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Sie sind arbeitslos und suchen einen neuen Job? Das kann eine besondere Herausforderung sein, hat aber auch Vorteile. Zum Beispiel kann man sich voll auf die Jobsuche konzentrieren, ganz anders als bei der Bewerbung aus einem Job heraus.

Was ist bei der Arbeitssuche zu beachten und wie stelle ich die Arbeitslosigkeit in meiner Bewerbung dar? Dieser Artikel gibt Ihnen zu diesen Fragen praktische Tipps.

Wir empfehlen Ihnen folgende Strategie:




1. Wie geht es Ihnen mit der Arbeitslosigkeit?

Bin ich frisch entlassen, ohne eigenes verschulden, und genieße es gerade etwas mehr freie Zeit zu haben? Dann können Sie diesen Punkt überspringen.Oder bewerbe ich mich seit 8 Monaten erfolglos und stehe immer mehr unter Erfolgsdruck? Dann gilt es die Situation anzunehmen, und sich die bisherigen beruflichen Erfolge vor Augen zu führen (Bitte aufschreiben, diese Punkte fließen dann in Ihre nächste Bewerbung ein). So tanken Sie Selbstbewusstsein und schöpfen frische Energie für die nächste Bewerbung.

  • Selbstbewusst in die Bewerbung gehen Eine Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit kommt heutzutage häufiger vor und ist nicht automatisch mit einem Stigma belegt. Das Gesamtbild Ihres Lebenslaufes zählt!
    Die Gründe für eine Phase der Arbeitslosigkeit können unverschuldet oder selbst verschuldet sein oder Sie haben gekündigt, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben.
    Sie sehen: Die Gründe für die Arbeitslosigkeit können sehr vielfältig sein, und es liegt an Ihnen eine professionelle Erklärung zu liefern und entsprechend selbstbewusst damit umzugehen, je nach Grund und Dauer der Arbeitssuche.

 

Für alle drei Varianten gilt: Nie schlecht über den ehemaligen Arbeitgeber sprechen, das würde auch ein schlechtes Licht auf Sie werfen.

2. Die Arbeitslosigkeit nicht verschleiern oder lügen!

Keinesfalls sollte in der Bewerbung gelogen oder die Arbeitslosigkeit in der Bewerbung verschleiert werden. Personalentscheider kennen diese vermeintlichen Tricks (zum Beispiel das Umstellen des Lebenslaufes) und es kann Ihnen auf verschiedene Weise auf die Füße fallen: Sie werden in der ersten Phase aussortiert, es entstehen unnötige Fragen bei den Personalentscheidern, es führt zu unangenehmen Fragen im Vorstellungsgespräch oder, im Extremfall, zu einer Kündigung in der Probezeit, wenn bei der Erfahrung geschummelt wurde.

3. Den Fokus auf das positive Lenken

Der Kern der Strategie besteht darin, bei der Bewerbung den Fokus auf Ihre Pro-Argumente zu lenken:

  • Qualifikation
  • Erfahrung
  • das gewünschte Ziel
  • die Motivation
  • und die Arbeitslosigkeit kurz an geeigneter Stelle zu erwähnen und gegebenenfalls zu begründen

 

4. Wie erwähne ich die Arbeitslosigkeit in der Bewerbung?

Im Anschreiben
Im Anschreiben ist es oft gar nicht notwendig oder sinnvoll, die Arbeitslosigkeit zu erwähnen. Hier geht es um Ihre Qualifikation, Motivation, Erfahrung und Erfolge.

Tipp: Lesen Sie diesen Artikel: Bewerbungsschreiben in 12 Schritten. Eventuell sind dann keine Fragen mehr offen.

Jedoch gibt es mindestens zwei Möglichkeiten, die Arbeitslosigkeit elegant zu erwähnen:

  1. Bei der Frage nach dem Eintrittstermin
    Da ich derzeit vertraglich nicht gebunden bin, ist mir ein Einstieg zum (konkretes Datum einfügen) bei Ihnen möglich.
    Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn in der Stellenanzeige nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt wird.
    Sollten Sie selbst gekündigt haben und noch nicht arbeitslos sein, kann auch folgende Formulierung verwendet werden:Da mein Arbeitsverhältnis auf eigenen Wunsch zum (konkretes Datum einfügen) endet, ist mir ein Einstieg zum (konkretes Datum einfügen) bei Ihnen möglich.

Tipp: Näheres zum Verstehen von Stellenanzeigen hier.

  1. Bei der Motivation
    Benennen Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit als Auszeit oder Sabbatical und stellen Sie das positive heraus: dass Sie mit frischer Energie und neuer Motivation und/oder kreativen neuen Ideen an Ihre nächste Aufgabe herangehen werden.

 Die Arbeitslosigkeit oder „ Arbeit suchend“ im Lebenslauf angeben

 Vorweg ein paar Infos zu den Begrifflichkeiten:

Arbeitslos, arbeitssuchend, arbeitsuchend oder Arbeit suchend?

Arbeitslos klingt zu negativ und passiv.

Arbeitssuchend, arbeitsuchend und Arbeit suchend klingen proaktiver und damit positiver. Doch welchen der drei Begriffe verwende ich in meiner Bewerbung?

Der Duden empfiehlt:

entweder „arbeitssuchend“ oder „Arbeit suchend“, wobei „arbeitsuchend“ nicht falsch ist. Das heißt, Sie haben die Wahl…

Neben dem Grund Ihrer Arbeitslosigkeit kann die Dauer der Arbeitssuche eine wichtige Rolle bei der Bewertung durch Personalentscheider spielen:

Wie lange ist Ihre Lücke? Bei einer Arbeitssuche von bis zu 3 Monaten müssen Sie sich in der Bewerbung nicht erklären (für das Bewerbungsgespräch sollten Sie auf die Frage jedoch vorbereitet sein).

Wertvolle Tipps zum Thema Arbeitslosigkeit im Lebenslauf finden Sie im Artikel Lücken im Lebenslauf – sinnvoll füllen.

Musterlösungen für den Lebenslauf

Der Lebenslauf wird üblicherweise anti-chronologisch geschrieben, das heißt, Ihre letzte berufliche Station kommt an erster Stelle, unter der Überschrift „Beruflicher Werdegang“.

Lesetipp: Eine Liste möglicher Überschriften im Lebenslauf

Was einige Bewerbungsratgeber empfehlen und wir nicht für sinnvoll halten: Ein Umstellen des Lebenslaufes auf eine chronologische Reihenfolge um die aktuelle Arbeitslosigkeit zu „verschleiern“ oder „verschwinden“ zu lassen.

Zum einen kennen Personalentscheidern diesen vermeintlichen Trick und es bringt schlichtweg nichts, weil zum Beispiel die Übersichtlichkeit der Bewerbung darunter leidet.

Wir empfehlen, am Ende der beruflichen Station, in Klammern, einen plausiblen Grund für das Ende des Arbeitsverhältnisses zu nennen:

Formulierungstipps bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit

  • Umstrukturierung des Unternehmens führten zum Stellenabbau
  • Rationalisierungsmaßnahmen führten zum Abbau meiner Stelle
  • Umstrukturierung führten zur Schließung meiner Filiale, ein Umzug kam aus familiären Gründen nicht infrage

Selbst verschuldet

  • Einvernehmliche Kündigung aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die berufliche Entwicklung/einer persönlichen Lebenskrise, anschließend Neuorientierung

Weitere Tipps zur Formulierung im Lebenslauf hier.

Wie gebe ich eine längere Arbeitslosigkeit im Lebenslauf an?

Hier kommt es darauf an, wie Sie die Zeit der Arbeitssuche genutzt haben und welche Vorteile sich daraus für den potenziellen Arbeitgeber ergeben können. Dies sollte dann im Lebenslauf angegeben werden.

Zu dieser Frage ist der Artikel Lücken im Lebenslauf (mit Beispiellösungen) sehr hilfreich.

Denken Sie daran: Den perfekten Lebenslauf gibt es nicht.

5. Die nächsten Schritte:

Start einer Bewerbungsphase
Auch wenn Sie bereits arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend sind, lohnt sich ein Blick auf den Artikel Start der Jobsuche, mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung für die Bewerbungsphase.

Telefonat vor der schriftlichen Bewerbung
Sind in der Stellenanzeige Ansprechpartner und Telefonnummer genannt, sollten Sie auf jeden Fall vor der Bewerbung anrufen – das wird von Ihnen erwartet.
Viele BewerberInnen scheuen sich verständlicherweise vor dem Telefonat, auch weil sie nicht Wissen, was Sie fragen sollen.Für beides gibt diese Seite hilfreiche Tipps zum Telefonieren im Bewerbungsverfahren und hier gibt es einen Leitfaden zum Telefonieren als PDF zum Download und ausdrucken.

6. Die Bewerbung ist versandt, wie geht es weiter?

Ob auf die Bewerbung ein Telefoninterview, ein Skype-Interview oder direkt eine Einladung zum persönlichen Gespräch folgt, hängt natürlich vom Bewerbungsverfahren des jeweiligen Unternehmens oder Arbeitgebers ab.

Lesetipp: Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Auf alle 3 Situationen können Sie sich bereits direkt nach dem Versenden der Bewerbungsunterlagen vorbereiten, denn: es gibt Personalentscheider die Bewerber durch einen unangekündigten Anruf „testen“!

Tipp: Durch Portale wie kununu können Sie sich oft ein Bild vom Bewerbungsprozess machen: hier werden Erfahrungsberichte von anderen BewerberInnen gesammelt.

Fazit und Zusammenfassung
Was Sie dem Artikel entnehmen konnten: Jede Situation ist individuell, Musterlösungen für Ihre Bewerbungsunterlagen gibt es nur bedingt. Es liegt an Ihnen, die angebotenen Vorschläge individuell zu kombinieren und einen stimmigen Aufbau Ihrer Bewerbung zu erstellen.

Wenn Sie professionell mit Ihrer Phase der Arbeitssuche umgehen und das auch in Ihrer Bewerbung darstellen, haben Sie das Wichtigste richtig gemacht und bei passender Qualifikation sollte einer Einladung zum Vorstellungsgespräch (Link zur Checkliste) nichts mehr im Wege stehen.


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Über den Autor

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