Wie Sie Ihre Leistungsmotivation in der Bewerbung darstellen

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Nach Meinung führender Fachleute aus dem Bereich Bewerbung gibt es drei wesentliche Bausteine für eine gelingende Stellensuche: Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit.

Der bekannte Motivationsforscher Heinz Heckhausen macht dies gerne im Bild eines Hauses deutlich: Die Kompetenzen und Erfahrungen bilden den Keller, also das Fundament, auf dem das Haus steht. Das Erdgeschoss, also der Bereich, in dem man lebt und aktiv ist, ist die Leistungsmotivation. Das schützende Dach setzt er mit der Persönlichkeit gleich. Diese Metapher zeigt sehr deutlich, wie elementar die Mitte, die Leistungsmotivation ist.

 




Was genau ist Leistungsmotivation – die Theorie

Unter Motivation versteht man landläufig die Beweggründe eines Menschen, die ihn veranlassen, auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln. Diese werden hauptsächlich durch Interessen, Bedürfnisse und Gewohnheiten bestimmt. Die Folgen seines Handelns, zum Beispiel Belohnung, Erfolg und Ansehen spielen dabei ebenfalls eine wesentliche Rolle.

 

Bezogen auf Leistungen in der Arbeitswelt lässt sich verkürzt sagen, dass die Leistungsmotivation die “allgemeine und relativ überdauernde Tendenz, als wesentlich bewertete Aufgaben mit Energie und Ausdauer bis zum erfolgreichen Abschluss zu bearbeiten.” (vgl. Wikipedia).

Leistungsmotivation konkret – die Praxis in der Bewerbung

Was bedeuten nun diese Erkenntnisse konkret für Sie als Bewerber?
Wie können Sie Ihre Motivation für Ihre Bewerbung deutlich zum Ausdruck bringen?

Wie die vorangegangenen Ausführungen schon zeigen, erfordert die Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen und das Herausfiltern Ihrer Essentials (Leistungsmotivation, Kompetenz, Persönlichkeit) eine gewisse Zeit und Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit einer pauschal und unpersönlich formulierten Bewerbung können Sie heute bei keinem potenziellen Arbeitgeber mehr landen.

Persönliches, überzeugendes und originelles Auftreten ist von der Bewerbungsmappe bis zum Vorstellungsgespräch von Ihnen gefragt und gefordert. Nehmen Sie sich also genügend Zeit und Raum und fragen Sie sich sehr genau, was Sie wirklich wollen und wie Sie Ihr Ziel erreichen können.

Diese Fragen sollten Sie sich stellen

Diese vier W-Fragen helfen Ihnen zu einer klaren Einschätzung Ihrer eigenen Motivation für einen bestimmten Job zu kommen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist mir momentan möglich?

Quelle: Hesse/Schrader

Formulieren Sie Ihre Antworten erst einmal für sich selbst, zum Beispiel in einer Art Brainstorming. Seien Sie dabei so ehrlich wie möglich, Ihre Authentizität wird sich zum Schluss bezahlt machen. Ihre eigene Haltung zu dem gesamten Verfahren der Stellensuche ist von entscheidender Bedeutung für Ihren Erfolg. Und diese Haltung betrifft alle Bereiche, also die kognitive, die emotionale und die praktische Seite.

Wie bringen Sie Ihre Antworten effektiv zum Ausdruck?

Nun haben Sie für sich selbst Klarheit gefunden, im nächsten Schritt geht es um die Frage:
Wie können Sie das geschickt und zielführend formulieren?
Wie können Sie bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber von Anfang an punkten?

Wenn im Vorstellungsgespräch sicherlich Ihre Persönlichkeit und damit auch der nicht zu unterschätzende Faktor Sympathie und „passende Chemie“ eine große Rolle spielt, sollten im Bewerbungsanschreiben die beiden Komponenten Kompetenz und Leistungsmotivation die tragenden Säulen sein. Der Arbeitgeber will von Ihrer Bereitschaft, ein Ziel zu verfolgen und dafür außergewöhnliche Leistungen zu erbringen, überzeugt werden. Stellen Sie also Ihr Licht nicht unter den Scheffel.

Praktische Tipps für das Anschreiben

Bringen Sie Ihre persönlichen Eigenschaften, Ihre Erfahrungen und Ihre Bereitschaft deutlich und selbstbewusst zum Ausdruck, ohne in verallgemeinernde Superlative abzudriften. Der Ton macht die Musik. Schreiben Sie also nicht:

„Ich bin stets überdurchschnittlich kreativ, kommunikativ und leistungsbereit.“

Formulieren Sie lieber in eigenen Worten, was Sie innerlich antreibt, genau diese Stelle besetzen zu wollen. Was ist sozusagen Ihr “Leistungsmotivationsinventar” (vgl. letzten Abschnitt des Artikels)? Werden Sie ruhig persönlich, ohne direkt mit der „Tür ins Haus zu fallen,“ Zum Beispiel:

„Kreative Projekte haben mich schon immer fasziniert; in meiner momentanen Anstellung bin ich leidenschaftlich gerne für……….verantwortlich.“

Auch Arbeitgeber wollen heute emotional angesprochen werden, pure Sachlichkeit und Kopfwissen sind nicht mehr gefragt. Beigefügte Referenzen und Zeugnisse sind ebenfalls immer sehr hilfreich. Sie belegen von dritter Seite, dass das, was Sie von sich selbst denken, sich auch in der Praxis schon gezeigt und bewährt hat.

Tipps zum Bewerbungsschreiben auf BewerbungsWissen.net

 

 

Zusätzliche Informationen

Überzeugend ist es auch, wenn Sie Ihre Leistungsbereitschaft und Ihre Motivation durch Ehrenämter und Hobbies, die einen direkten Bezug zu der anvisierten Tätigkeit haben, untermauern können. Damit zeigen Sie, dass Sie nicht nur des Geldes wegen bestimmte Dinge tun und verfolgen.

  • Ebenso ansprechend sind Initiativbewerbungen; hier zeigen Sie, dass Sie aus sich heraus aktiv werden und nicht nur reagieren.
  • Auch ein Telefongespräch verdeutlicht Ihre Eigeninitiative.
  • In manchen Fällen ist es sinnvoll, ein zusätzliches, persönlich formuliertes Motivationsschreiben und/oder eine Dritte Seite zuzufügen.
  • Wenn Sie dann noch ein einheitliches und zur angestrebten Position passendes Outfit für Ihre Bewerbungsmappe finden, sind Sie Ihrem Ziel schon viele entscheidende Schritte näher gekommen.
  • Noch einmal zur Wiederholung: Bleiben Sie während des gesamtem Prozesse des Bewerbungsverfahrens auf allen Ebenen auf Ihr Ziel fokussiert. Nutzen Sie neben Ihrer Motivation auch Ihre Willenskraft.

 

Leistungsmotivation im Vorstellungsgespräch und Assessment-Center

Sie haben die erste Hürde genommen, Sie wurden zum Vorstellungsgespräch oder zum Assessment-Center eingeladen? Herzlichen Glückwunsch. Jetzt gilt es mehr denn je, dass Sie sich klar und deutlich auf Ihr Ziel einstimmen, ohne verkrampft zu wirken. Leichter gesagt als getan, aber möglich. Es kann durchaus hilfreich sein, sich auf diese Situation beispielsweise mit einem Bewerbungscoaching vorzubereiten.

In jedem Fall spielt jetzt Ihre Persönlichkeit und Ihr überzeugendes Auftreten eine entscheidende Rolle. Nutzen Sie alle Methoden, die Sie kennen, um so entspannt und zentriert wie möglich in dieses Gespräch zu gehen. Setzen Sie Ihre Wahrnehmung ein, machen auch Sie sich ein Bild von Ihrem Gegenüber, gehen Sie nicht in die rein defensive Haltung. Überschäumender Aktionismus wäre das andere Extrem und ebenfalls nicht sehr sympathisch. Seien Sie interessiert und offen für das, was Ihnen präsentiert wird und bringen Sie Ihre eigene Kompetenz und Leistungsmotivation – wie schon schriftlich geübt – klar und deutlich zum Ausdruck.Die goldene Mitte zu finden ist sicher eine hilfreiche Haltung für diesen sehr entscheidenden Schritt hin zu Ihrem großen Ziel.

Weitere Tipps zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch hier.

Im Assessment-Center kann die Leistungsmotivation über das Leistungsmotivationsinventar-Testverfahren (Link zu Wikipedia) gemessen werden.
Hier gibt es weitere Tipps zur Assessment-Center Vorbereitung von BewerbungsWissen.net.

Viel Erfolg!

 

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